Ein Werkzeugumzug ist mit der 1A Autenrieth Kunststofftechnik GmbH kein Risiko

Ein Werkzeugumzug ist kein Risiko – wenn man weiß, wie

Ein Werkzeugumzug ist mit der 1A Autenrieth Kunststofftechnik GmbH kein Risiko

Für viele kunststoffverarbeitende Unternehmen ist der sichere Transfer von Spritzgießwerkzeugen inzwischen ein kritischer Faktor. Im Interview erläutert Steffen Autenrieth, Geschäftsführer der 1A Autenrieth Kunststofftechnik, warum Werkzeugumzüge heute häufiger werden, welche Risiken auftreten und mit welchen technischen, organisatorischen und rechtlichen Stellschrauben sich Verlagerungen beherrschbar machen lassen.


Herr Autenrieth, Lieferantenwechsel und Werkzeugverlagerungen begegnen vielen Einkäufern inzwischen regelmäßig. Warum ist dieses Thema für die Kunststoffindustrie so brisant geworden?

Autenrieth: Wir erleben seit einigen Jahren, dass Lieferketten instabiler werden. Unternehmen verschwinden vom Markt, Nachfolgeregelungen scheitern oder es fehlen Fachkräfte. Für Betriebe, die auf fremde Spritzgießteile angewiesen sind, kann ein Lieferantenausfall sofort die eigene Produktion gefährden. Genau in solchen Situationen muss ein Werkzeug schnell und sicher zum neuen Produzenten umziehen – und das möglichst ohne Qualitätsverlust.

Viele Entscheider empfinden Werkzeugverlagerungen als kompliziert. Woran liegt das?

Die Kombination aus technischen Details und rechtlichen Fragen wirkt oft abschreckend. Man hat es mit komplexen Werkzeugen, Prozessdaten, Eigentumsrechten und organisatorischen Abhängigkeiten zu tun. Aber: Mit einer sauberen Struktur lassen sich Risiken minimieren – und man kann sogar Potenziale heben. Das ist in der Praxis oft einfacher, als viele glauben.

Wie starten Sie eine Werkzeugverlagerung, was ist der erste Schritt?

Immer mit einer Tauglichkeitsprüfung. Wir prüfen Dimensionen, Gewicht, die benötigte Zuhaltekraft, Losgrößen und technische Anforderungen. Moderne Spritzgießer decken zwar ein breites Spektrum ab, aber das Werkzeug muss zum Maschinenpark und zur Peripherie passen. Wenn das nicht gegeben ist, wird der Betrieb unwirtschaftlich.

Wie wichtig ist die Historie des Werkzeugs?

Vor allem bei älteren Werkzeugen schauen wir auf die Historie: Welche Daten existieren? Welche Parameter wurden ursprünglich gefahren? Wenn Zeichnungen fehlen, rekonstruieren wir aus Bauteilen komplette 3D-Modelle. Wichtig ist, dass sich frühere Prozessdaten sauber auf moderne Anlagen übertragen lassen.

Ein Punkt ist das Thema Eigentum. Warum kommt das für manche überraschend?

Weil es über die Jahre oft vergessen wird. Einige Kunden haben komplette Werkzeuge gekauft, andere nur Einsätze oder Komponenten. Wenn dann Rechnungen fehlen oder unklar sind, sorgt das für Unsicherheit. Aber das verhindert eine Verlagerung nicht. Wir können etwa über eine digitale Rekonstruktion verlorene Unterlagen ersetzen. Mein Rat: Künftige Eigentumsverhältnisse immer klar und schriftlich dokumentieren.

Müssen Werkzeuge vor dem Einsatz beim neuen Produzenten angepasst werden?

In der Regel ja. Kühlkreisläufe, Sensorik, Elektrik, Schraubpunkte – selten passt alles auf Anhieb. Besonders ältere Werkzeuge profitieren von Modernisierungen. Diese erhöhen nicht nur die Bauteilqualität, sondern senken oft auch die Stückkosten.

Und dann kommt die Abmusterung?

Genau. Eine Musterung mit etwa 50 Teilen zeigt, ob alles harmoniert. Oft reichen Mini-Anpassungen – ein Hundertstelmillimeter hier, ein bisschen mehr Abstützung dort – und man erzielt spürbar höhere Steifigkeit oder Bauteillebensdauer.

Wie wichtig ist die anschließende Wartung eines transferierten Werkzeugs?

Extrem wichtig. Ein Werkzeug ist nur so gut wie seine Pflege. Wir arbeiten mit professionellen Werkzeugmechanikern, Ultraschall- oder Trockeneisreinigung und einem strukturierten Wartungskonzept. Das sorgt für stabile Qualität – und vor allem für schnelle Reaktionszeiten bei Problemen. Versicherung und Brandschutz im Werkzeuglager sind weitere zentrale Bausteine.

Kommen wir zum Prozess selbst: Welche Rolle spielen Material- und Fließparameter?

Eine sehr große. Temperatur, Druck, Materialverhalten – alles muss exakt justiert sein. Ein falsch gewählter Parameter kann ganze Chargen unbrauchbar machen. Deshalb vergleichen wir alle Parameter transparent und sorgen dafür, dass das Werkzeug am neuen Standort mindestens so gut läuft wie zuvor.

Ihr Unternehmen übernimmt jedes Jahr zahlreiche Bestandswerkzeuge. Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis aus der Praxis?

Werkzeugverlagerungen sind keine Routinejobs, aber sie sind absolut beherrschbar. Wenn sauber geplant wird, gewinnen Unternehmen Stabilität in der Lieferkette und oft sogar echte Wettbewerbsvorteile. Richtig gemacht ist ein Werkzeugumzug nicht nur eine Notmaßnahme – er kann der Beginn einer wirtschaftlicheren, effizienteren Produktion sein.

Bericht aus »Beschaffung aktuell« vom 19.01.2026


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